Angst ist eigentlich eine sehr sinnvolle Sache, bei Mensch und Tier. Sie hält uns und unsere vierbeinigen Freunde davon ab, sich leichtfertig in Gefahr zu begeben.

Trotzdem kann Angst zum Problem werden. Wenn sie zum Beispiel übermäßig stark oder unverhältnismäßig lange auftritt. Oder wenn Angst vor Sachen auftritt, die eigentlich ganz und gar nicht gefährlich sind.

Etwa 25% aller Hunde haben übermäßige Angst vor Geräuschen. Dabei zeigen die betroffenen Hunde übermäßige Angstreaktionen vor ganz bestimmten Geräuschen, häufig zum Beispiel laute, knallende Geräusche wie Feuerwerk oder Gewitter. Diese übermäßige Angst vor Geräuschen wird häufig als Geräuschphobie beschrieben.

Dabei handelt es sich häufig nicht um eine „normale“ Angst, sondern die übermäßige, andauernde Angst setzt die Hunde mitunter chronischem negativen Stress aus und beeinträchtigt das Wohlbefinden des Hundes (und häufig auch des Besitzers) stark. Wenn nichts unternommen wird, kann sich die Angsterkrankung über die Zeit verstärken, so dass bei immer kleineren Anlässen eine übermäßige Angstreaktion auftritt.

Angsterkrankungen zeigen sich zum einen im Verhalten. Betroffene Hunde können sich zum Beispiel mit eingezogenem Schwanz und flach gelegten Ohren an eine Stelle kauern, jaulen, winseln, hecheln oder zittern. Sie verstecken sich, versuchen zu entkommen, laufen rastlos durch die Wohnung, sind leicht reizbar, übermäßig wachsam, oder kleben förmlich an ihrem Besitzer. Aber auch körperliche Symptome treten häufig auf, wie Herzrasen, Speicheln, Durchfall oder Erbrechen. Hier ist jeder Hund individuell, nicht jeder Hund zeigt alle Symptome.

Deshalb sollten Angstprobleme grundsätzlich therapiert werden – denn sie sind eine ernsthafte Erkrankung.

Bestrafen Sie Ihren Hund nicht dafür, dass er Angst hat. Es bestärkt ihn nur in der Überzeugung, dass da etwas ist, vor dem man Angst haben sollte. 

Versuchen Sie nicht, den Hund durch übermäßigen Zuspruch, viele tröstende Worte, oder ständige Versicherungen, dass alles in Ordnung sei, zu beruhigen. Übermäßiger Zuspruch bestärkt den Hund in der Einschätzung, dass etwas nicht stimmt - und verlängert so das Angstverhalten. 

Stellen Sie sicher, dass der Hund in einer sicheren Umgebung ist, so dass er nicht bei Knallgeräuschen entkommen kann. So sollten z.B. Spaziergänge rund um Silvester bei betroffenen Hunden nur an der Leine erfolgen.

Ignorieren Sie selbst die Geräusche. Verhalten sie sich ganz normal. Das signalisiert Ihrem Hund, dass für Sie die Geräusche nicht beachtenswert und keine Bedrohung sind.

Grundsätzlich ist Geräuschphobie kein Problem, dass sich von einem auf den anderen Tag lösen lässt. Dennoch gibt es einige Punkte, mit denen der Besitzer seinem Hund helfen kann, besser mit seiner Geräuschangst klarzukommen.

Darüber hinaus gibt es verschiedene therapeutische Möglichkeiten, Geräuschphobie besser in den Griff zu bekommen.

Zum einen gibt es verhaltenstherapeutische Programme, die mit fachkundiger Unterstützung gute Erfolge erzielen können. Allerdings benötigen diese viel Zeit (Minimum ca. 6 Monate). Auch mit Medikamenten kann man einem Hund mit Geräuschphobie helfen. Dem Tierarzt stehen fast keine zu dieser Anwendung zugelassene Tierarzneimittel zur Verfügung. Ein zugelassenes Beruhigungsmittel kann kurzfristig bei gerade auftretenden Geräuschen helfen. Angstlösende Medikamente aus der Humanmedizin, können nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden, sind aber mit dem Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen belastet.

Somit gibt es das ideale Medikament zur Behandlung von Geräuschphobie noch nicht. Und das möchten wir ändern: In unserer Forschung haben wir ein Medikament, das spezifisch die Angst lösen kann. Für die letzte Phase zur Zulassung suchen wir deshalb Hunde mit Geräuschphobie, die an einer klinischen Studie zur Behandlung von Geräuschphobie teilnehmen.

Ihr Tierarzt oder ein auf Tierverhaltenstherapie spezialisierter Tierarzt beraten Sie gerne zu möglichen Optionen. An der klinischen Studie teilnehmende Tierarztpraxen finden Sie auf dieser Homepage.

Was ist eine klinische Studie?  

Ebenso wie Medikamente für Menschen müssen auch Tierarzneimittel auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit untersucht werden. Bevor eine klinische Studie an Patienten (z.B. Ihrem Hund) durchgeführt wird, wurde bereits sichergestellt, dass das verwendete Medikament gut verträglich und auch wirksam ist. Die Durchführung klinischer Studien wird von den zuständigen Tierschutz- und Arzneimittelbehörden unter ethischen und medizinischen Gesichtspunkten streng reguliert und erfordert immer eine vorherige Genehmigung.


Was sind die Vorteile einer Studienteilnahme?  

Tiere, die an einer klinischen Studie teilnehmen, werden besonders eng medizinisch überwacht. Zu Beginn jeder Studie stehen eine gründliche Diagnosestellung und eine genaue Einschätzung des aktuellen Gesundheitszustandes. Alle Untersuchungen sind im Rahmen der Studie kostenlos, ebenso wie die Behandlung und alle Folgeuntersuchungen während des Studienzeitraums. Neue Medikamente werden meist dann entwickelt, wenn herkömmliche Therapien nicht ausreichen, oder bisher noch gar keine Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen. In diesem Fall könnte die Teilnahme an einer solchen Studie für Ihr Haustier den Zugang zu einer neuen oder wirksameren Therapie bedeuten. Letztlich bedeutet die Teilnahme an einer klinischen Studie aber auch, dass Sie mit Ihrem Einsatz die Tiermedizin ein gutes Stück voranbringen und auch zukünftig erkrankten Hunden helfen können.

Hund Fragezeichen

Gibt es Risiken für meinen Hund?

Jede medizinische Therapie birgt auch Risiken. Das gilt für zugelassene Medikamente ebenso wie solche, die sich noch in der Entwicklung befinden. Jedoch ist die Entwicklung von Medikamenten, welche an Patienten getestet werden, bereits so weit vorangeschritten, dass diese Risiken vergleichbar mit denen bereits zugelassener Medikamente sind. Im Einzelfall wird Ihr betreuender Tierarzt auf diese aber ganz individuell in einem ersten Gespräch eingehen. Das Medikament in dieser Studie ist bereits für eine andere Indikation zugelassen.

Was ist das Ziel der Studie?

Ebenso wie Medikamente für Menschen müssen auch Tierarzneimittel auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit untersucht werden. Dieses neue Medikament, das wir in dieser Studie untersuchen, hat bereits umfangreiche Sicherheitsstudien durchlaufen, und wurde in ersten Studien bei Hunden mit Angsterkrankungen getestet – mit sehr guten Ergebnissen. Deshalb wollen wir jetzt in einer großen Studie nachweisen, dass das Medikament auch zuverlässig wirkt.

Wie läuft die Studie ab?

Die Studie umfasst eine tierärztliche Untersuchung, eine Tablettentherapie über mehrere Tage vor Silvester, das Ausfüllen eines Beobachtungsbogens an Neujahr sowie eine abschließende Untersuchung beim Tierarzt. Im Rahmen der Studie ist es erforderlich, dass Sie Ihren Hund an Silvester beobachten und vier Mal anhand einfacher, kurzer Multiple-Choice-Fragen das Verhalten Ihres Hundes dokumentieren. Deshalb ist es nötig, dass eine mit dem Hund vertraute Person den Silvesterabend mit dem Hund verbringt. Alle Untersuchungen und Behandlungen im Rahmen der Studie sind kostenfrei.


Wie kann mein Hund teilnehmen?

Sprechen Sie Ihren Studientierarzt an, wenn sie glauben, dass Ihr Hund an Geräuschphobie leidet. Im ersten Schritt werden Sie gebeten werden, einen Fragebogen auszufüllen. Anschließend wird Ihr Hund ausführlich untersucht, und – wenn Ihr Hund an Geräuschphobie leidet und damit für die Studie in Frage kommt – wird die Möglichkeit einer Studienteilnahme mit Ihnen besprochen. Dieses Beratungsgespräch ist unverbindlich, das heißt Sie entscheiden – nachdem Ihr Studientierarzt Ihnen die Studie erklärt hat – ob Ihr Hund an der Studie teilnehmen soll.


Welche Hunde können leider nicht an der Studie teilnehmen?

Einige Begleiterkrankungen schließen die Teilnahme an der Studie leider aus. Welche dies sind und ob Ihr Hund daran leiden könnte, wird in einem ausführlichen Erstgespräch geklärt. Definitiv nicht geeignet sind allerdings läufige, tragende oder laktierende Hündinnen.

AniCura Kleintierzentrum Neckarwiesen
Fritz-Müller-Straße 144
73730 Esslingen
Tel.: +49 (0) 711 - 35 98 28
www.kleintierzentrum-neckarwiesen.de

Kleintierpraxis Miriam Kohn
Bonner Str. 22a
53773 Hennef
Tel.: +49 (0) 2242 - 96 97 423

Kleintierklinik Berthold Menzel
Am Stadion 113
45659 Recklinghausen
Tel.: +49 (0) 23 61 - 90 45 980
www.kleintierklinik-menzel.de

Tierarztklinik in Köln - Dr. Kellerwessel
Rennebergstr. 23    
50939 Köln
Tel.: +49 (0) 221  -  47 45 43 0
www.koelner-tierklinik.de

Tierärztliche Klinik für Kleintiere Dr. med. vet. Apelt
Stankeitstr. 11
45326 Essen
Tel.: +49 (0) 201 - 342 604
www.tieraerztliche-klinik.de 

Kleintierklinik am Landratsamt J. Fritz - Dr. S. Dahnken - Dr. H. Scholl
Lerchenstrasse 43
74072 Heilbronn
Tel.: +49 (0) 7131 - 6 87 87
www.tierklinik-heilbronn.de

Kleintierpraxis Dr. med. vet. Friederike Schmidt
Berliner Ring 4
31226 Peine
Tel. +49 (0) 51 71 - 48 161
www.kleintierpraxis-dr-f-schmidt.de 

Tierarztpraxis Schuh GdbR
Drususwall 46
55131 Mainz
Tel.: +49 (0) 61 31 - 5 35 30
www.kleintierpraxis-schuh.de

Kleintierpraxis Dr. med. vet. Stefan Seifert
Hans-Böckler-Str. 8
53225 Bonn-Beuel
Tel.: +49 (0) 228 - 462 467
www.kleintierpraxis-seifert.de  

Tierarztpraxen Dr. von Stumberg Praxis Mülheim
Julius-Bau-Str. 3
51063 Köln (Mülheim)
Tel.: +49 (0) 221 - 610 222
www.dr-von-stumberg.de

Kleintierpraxis Heideviertel
Soltauer Str. 2
30625 Hannover
Tel.: +49 (0) 511 - 57 57 61
www.tierarztpraxis-nonhoff.de

Tierarztpraxis Rheinallee Gemeinschaftspraxis Dr. Kaulfuß & Schuh GbR
Rheinallee 19
55118 Mainz
Tel.: +49(0) 6131 - 61 73 585
www.kleintierpraxis-rheinallee.de

Tierarztpraxis Dr. med. vet. G. Winkler
Walterscheid-Müller-Straße 9
53797 Lohmar
Tel.: +49(0) 22 46 - 912 110
www.tierarzt-winkler.de

Kleintierpraxis in Alfter
Am Heiligenhaus 72
53347 Alfter
Tel.: +49(0) 22 22 - 922 210
www.kleintierpraxis-alfter.de

Kleintierpraxis Herr Dr. med. vet. Stefan Hofmann
Gräulinger Str. 80
40625 Düsseldorf
Tel.: +49(0) 211 - 99 48 549
www.tier-doc.net

Tierarztpraxis Puhlheim 
Weißer Str. 115 (Ecke Grüngürtelstraße)
50996 Köln (Rodenkirchen)
Tel.: +49(0) 221 – 88 82 400
www.tierarztpraxis-pulheim.de

Tierklinik Neandertal GbR
Landstraße 51
42781 Haan
Tel.: +49 (0)21 29 - 37 50 70
www.tierklinik-neandertal.de